Sprüche über Rache



Hat Dir einer was getan,
wirst Du der Rache Untertan.
Dich treibt dieses eine Gefühl,
und Dein Herz wird grau und kühl.

Eisig ist dann Dein Verhalten,
willst die Tat denn so gestalten,
dass niemals mehr ein Leid ausgeht,
von der Person, die so vergeht.

Manchmal ist die Rache
die einzig wahre Sache,
die einzig wahre Tat,
die Kummer Dir erspart.

Ist die Rache, die beschrieben
schon im Buch der Bücher,
ein Handeln eher doch zum lieben
oder ist ihr Sinn dann doch ein trüber.

Streitbar ist doch dieses Ding,
auf das ein jeder, der betrogen,
sich so redlich so besinnt.
Doch wird Gerechtigkeit damit belogen?

Was ist gerecht, wenn man bestraft,
was ein Mensch dem andern tut?
Eine Lücke im Verständnis klafft,
wenn Hass in den Motiven ruht.

Bleibt eine Tat noch ungesühnt,
obwohl sich doch der Täter rühmt,
mit dem, was er hat gemacht,
so ist sehr schnell daran gedacht,
dass die Rache doch ein Gutes hat,
wenn sie setzt den Bösen matt.

Die Rache ist die Gerechtigkeit des kleinen Mannes,
so spricht man es, doch, wirklich, kann es
sein, dass man sich davon mehr verspricht
und dann doch verliert das eigene Gesicht?

Ist erst einmal dann getan,
was Rache heißt und ist man dann
mit dem Menschen, den man hasst,
am Ende, hat Justiz gefasst.

Hat man sie genommen in die eigene Hand,
selbst wenn man sich befriedigt fand,
ist im Geist dann alles gut?
Und verschwindet je die Wut?

Rache wird aus Wut geboren
über etwas, das gewesen.
Hat man sie dereinst geschworen,
wird man bald Leviten lesen.

Eine böse Tat geschehen,
einen Täter dann gesehen.
Niemand kennt sonst sein Gesicht,
das ein Schlag so schnell wegwischt.

Die Sühne für so manche Tat,
liegt in der eignen Schuld Verrat.
Nimmt man es in die eigne Hand,
hat man sich diese schnell verbrannt.

Eine menschenalte Sache
ist für Unrecht stets die Rache.
Sie wird vollbracht, wenn verletzt
oder wenn einer wurde verhetzt.

Auge wird um Aug vergolten
und Zähne für den Zahn gescholten.
So steht es schon im alten Buch,
das von der Rache ist verflucht.