Sprüche über Oberflächlichkeit



Beschränkung

Ich bin zufrieden, es zu hören –
sicher frage ich nicht nach,
niemand braucht mir was zu schwören –
ich mag die Konversation recht flach!

Ich bin zufrieden, es zu sehen,
dahinter will ich gar nicht schauen,
warum soll ich in die Tiefe gehen,
will auf den ersten Eindruck bauen!

An der Oberfläche mag ich gar nicht schaben,
auf sie will ich den Blick beschränken –
denn ich will meine Ruhe haben
und hab‘ keine Lust darauf zu denken!

Stille

Man sagt, stille Seen, die sind tief,
die Stille, die ist da ursächlich!
Doch lärmt die Menschheit heut‘ massiv
und wo es laut wird, wird’s auch oberflächlich!

Standpunkt

Dein Standpunkt bleibt stets weich und cremig,
Du legst Dich hin, aber nie fest,
Du weißt von vielen Dingen wenig –
weil viel Wissen schließlich stresst!

Statt heiß und kalt lieber nur lau,
statt hoch und tief stets ausgewogen,
die halbe Wahrheit, das weißt Du genau,
ist aber ja auch halb gelogen!

So gleitest Du immer, täglich, stündlich,
dahin an der Oberfläche nur –
und bist deshalb so unergründlich,
weil von Tiefe keine Spur!

Oberfläche

Gute Menschen, die sind attraktiv,
hässliche sind Ungeheuer,
und nur Kostspieliges ist definitiv,
dann auch wirklich lieb – und teuer!
In Schubladen landen naiv
Menschen ebenso wie Worte,
nichts davon ist relativ,
alles von der gleichen Sorte!
Wir sehen nur die Oberfläche,
ob negativ, ob positiv –
das ist unsere größte Schwäche –
wir lieben es seicht nur anstatt tief!

Banalität

In die Tiefe gehen ist schwer,
leichter ist in jedem Fall,
man sieht es locker und leger,
und denkt statt tiefgründig – banal!

Tauchgang

Willst bis an den Grund Du sehen,
musst Du in die Tiefe gehen,
musst einen Tauchgang auch riskieren,
Dich mal mit rauen Wellen arrangieren,
wenn nicht nur ein laues Lüftchen säuselt
und sich die Oberfläche sanft nur kräuselt!
Eine glattere Oberfläche ist Dir lieber?
die zeigt Dir nichts, die spiegelt wieder!

Frage

Du sagst, es ist wirklich schade,
alles achtet nur auf die Fassade,
was kann denn da dahinterstecken?
Keiner will es mehr entdecken!
Du sagst, ich müsste es mal wagen,
auch nach dem „Warum?“ zu fragen,
müsste diese Frage stellen,
sonst könne ich kein Urteil fällen!
Du suchst nach Hintergründen ganz verbissen –
Ich will so genau es gar nicht wissen!
Das wäre oberflächlich, sagst Du, und auch dumm –
doch Du fragst mich nicht nach dem „Warum?!“