Depri Sprüche zum weinen / heulen



Du denkst, das Wasser kann Dich läutern –
das aus dem tiefen Augental.
Doch wird die Seele in dir meutern,
findest Du nicht Deinen Gral.

Ist Dein Glück schon früh verloren,
bevor die Uhr zu Mittag schlägt,
bist Du in eine Welt geboren,
die Tand wie Dich vom Gehweg fegt.

Die Welt, sie spielt nur gegen Dich,
sie dreht sich und nimmt dich nicht mit.
Das Glück in ihr erkennst Du nicht,
Pech verfolgt Dich, Schritt um Schritt.

Die Zeit, sie spielt nur gegen Dich,
Du wirst älter und Dein Schmerz erst recht.
Die Wunden heilen kann sie nicht,
so sehr Du kämpfst, Dir geht es schlecht.

Und Du, Du spielst nur gegen Dich,
lässt nichts zu, was Dich erhellt.
In der Trauer stets erblasst das Licht,
weil Du Dich ihm entgegenstellst.

Ausgeschlossen aus dem Reigen,
der Glück verheißt und Freude bringt.
Hinein nur in das große Leiden,
in dem Dein Lachen dann versinkt.

Weinend stehst Du am Gestade
des Meeres Deiner Einsamkeit.
Der Weg er führt Dich, ist gerade,
er treibt Dich in die Ewigkeit.

Und selbst wenn Du ihn nicht beschreitest,
wenn Du Dich von dem Meer dann trennst,
weißt Du, dass Du weiter leidest,
weil Du doch nichts andres kennst.

Ist das Glück sodann verschieden,
findest Du es nie mehr wieder,
da Dich alle Freuden mieden,
ja, dann reißt Du alles nieder.

Weg mit der Verlogenheit,
weg mit diesem falschen Lachen,
kleidest Dich im Trauerkleid,
wirfst hinfort die bunten Sachen.

Was bringt’s, der Welt was vorzumachen?
In Deinem Kopf herrschen Wut und Tod.
Der Schrei erstickt in Deinem Rachen,
doch gehst Du dann, zeigst Du die Not.

Draußen weint der graue Regen,
drinnen da weinst Du.
Die Sonne schenkt Dir keinen Segen,
Du findest keine Ruh.

Ewig kreisen die Gedanken
ums Sterben und die Einsamkeit.
Niemand da, sich zu bedanken,
niemand an Deiner Seite bleibt.

Manchmal sieht man keinen Weg
und oftmals ist da nur ein Steg,
der gradwegs Dich zum Wasser führt.

In dem Nass versenkst Du Dich,
siehst dem Tod ins Angesicht,
der Dich zum Höllensklaven kürt.